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Dr.Hans A. Nieper (1928-1998)
Präsident der DVS 1981-1997

von Marco Bischof

Dr. med.Hans A. Nieper, Gründer und erster Präsident der DVS, war vor allem ein international renommierter Internist und medizinischer Innovator. Er war Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Onkologie, als deren Präsident er 1983-87 diente, sowie Mitglied der New York Academy of Sciences.

Nieper wurde am 23. Mai 1928 in Hannover geboren. Er stammte aus einer angesehenen Ärztefamilie; beide Eltern waren Ärzte, sein Urgrossvater Dr.Ferdinand Wahrendorff war der Gründer eines psychiatrischen Krankenhauses in Ilten bei Hannover, sein Grossvater Dr.Herbert Nieper ein renommierter Chirurg in Goslar, nach dem dort heute eine Klinik benannt ist, die Teil des Göttinger Universitätsklinikums bildet.

In der Zeit von 1946 bis 1952 studierte Nieper Medizin in Mainz, in Freiburg i.Br. und im Schweizerischen Neuchâtel. An der Universität Hamburg schloss er seine Promotion mit der höchsten Auszeichnung „Summa cum Laude“ ab; in seiner Doktorarbeit konnte er erstmals die sogenannte Boecksche Krankheit, eine gutartige Erkrankung der Haut mit Knötchenbildung, als Autoimmunkrankheit erklären – eine Art von Krankheit, die damals als Erfindung verlacht wurde, heute aber als anerkannte medizinische Realität gilt. Anschliessend wurde er, nach klinischer Tätigkeit in Hannover (1955-56), Mitarbeiter von Prof.Hermann Druckreys Krebsforschungsinstitut in Freiburg, das er mit der festen Überzeugung verliess, dass die damals frisch eingeführte und heute noch praktizierte Krebshandlung mit giftigen zytotoxischen Substanzen der falsche Weg sei. 1958-60 war Nieper Mitarbeiter am Paul-Ehrlich-Institut in Frankfurt am Main.

Medizinischer Innovator

Bereits in dieser Zeit entwickelte er einen Teil jener neuartigen therapeutisch wirksamen Substanzen, die die Grundlage seines späteren internationalen Rufes als medizinischer Innovator legten; dies wurde durch eine Zusammenarbeit mit dem bekannten Chemiker Dr.Franz Koehler sen. in Alsbach möglich. Nieper gehört auf Grund dieser Erfindungen, zusammen mit dem Nobelpreisträger Linus Pauling, zu den wichtigsten Pionieren der „orthomolekularen Medizin“, die eine ausreichende bzw. zeitweilig erhöhte Zufuhr bestimmter essentieller Nahrungsbestandteile und zusätzlicher Nährstoffe zur Erhaltung der Gesundheit bzw. zur Behandlung von Erkrankungen empfiehlt. Zu den von Nieper entwickelten Substanzen gehören u.a. die sogenannten Aspartate, eine Art saurer Aminosäuren, die Salze des Zellmembran-Bestandteils AEP (2-Amino-Äthyl-Phosphonsäure) und später die Reihe der sogenannten Orotate. Zusammen mit Dr.Koehler entwickelte Nieper auch die ersten wirksamen krebshemmenden Substanzen, Derivate der sogenannten Thiurame.

Im Jahre 1960 verbrachte Nieper den Sommer im renommierten Memorial Sloan-Kettering-Krebsforschungsinstitut in New York, dessen späterer Vizepräsident, Dr. Lloyd Old, sein Freund wurde. Damals begannen dort die ersten Forschungen über die körpereigenen Abwehrmechanismen gegen Krebs und wurde u.a. die krebshemmende Wirkung der BCG-Vakzine entdeckt. Später im selben Jahr begann Nieper seine Tätigkeit im Labor des bekannten Herzspezialisten Prof.Dr.K.J. Blumberger in Aschaffenburg, wo er bis 1964 arbeitete. In dieser Zeit führte er Kalium- und Magnesium-Aspartate in die Herztherapie ein und entdeckte die Fähigkeit der AEP-Salze, Zellmembranen vor einem Angriff von Immunzellen zu schützen. Damit wurde Dr.Nieper zum Entdecker der einzigen offiziell als wirksam gegen Multiple Sklerose anerkannten Substanz.

Im Jahre 1964 begann Nieper seine Aktivitäten in Hannover, wo er bis zu seinem Lebensende gleichzeitig an seiner „Paracelsus-Klinik“ in Langenhagen am Silbersee und in seiner damals eröffneten Praxis an der Sedanstrasse 21 tätig war. Er erhielt schon bald danach eine grosse Bekanntheit durch sein massives Eintreten für den umstrittenen Krebsarzt Dr.Josef Issels, der nicht zuletzt auf Grund seiner Aussagen vor Gericht freigesprochen wurde. Zu seinen Patienten gehörten auch viele Berühmtheiten aus aller Welt, wie Filmstars, Königliche Hoheiten und Politiker. Darunter waren u.a. Anthony Quinn, John Wayne, Yul Brynner, William Holden, Nancy Sinatra, Prinzessin Caroline von Monaco und den Ex-Präsidenten Ronald Reagan.

Als Konsequenz seiner Vorarbeiten über Thiurame entdeckte Nieper Mitte der 60er Jahre das krebshemmende Prinzip der sogenannten beta-zyanogenetischen Glykoside in den Bittermandeln. In dieser Zeit wurde er aufgrund seiner Forschungen über nichttoxische Methoden der Behandlung in den USA zu einem Starzeugen mächtiger Bürgerrechtsorganisationen, die sich gegen die toxische „orthodoxe“ Medizin und die Reglementierung der medizinischen Behandlung durch die Regierung wandten. Dadurch gewann er in englischsprachigen Ländern weltweit einen enormen Bekanntheitsgrad und beträchtlichen Einfluss. Eine grosse Zahl renommierter Wissenschaftler und Kulturschaffender wurden seine Freunde, darunter Dr.Old und der amerikanische Krebsforscher Dr.Dean Burk, bekanntester Schüler des deutschen doppelten Nobelpreisträgers Otto Warburg. In den frühen 70er Jahren führte Nieper die Selentherapie zum Schutz des Herzens, die sogenannte „Deblockierungstherapie des Krebses“ mit Ananas-Enzymen und Beta-Carotinen, sowie die moderne Therapie des Natrium-Entzugs von Tumoren und die enzym-basierte Reinigung von Koronar- und Beinarterien ein. Die von ihm eingeführte Beta-Carotin-Gabe bei Krebs, damals oft belächelt, ist heute in der wissenschaftlichen Literatur anerkannt als eine der wirksamsten Methoden der Krebsbekämpfung. 1980 kam Nieper auf Grund seiner Forschungen zum Schluss, dass die potentiell sehr wirksame körpereigene Abwehr gegen Krebs nicht allein durch immunologische Prozesse zustande komme, sondern dass auch die sogenannte Gen-Reparatur daran beteiligt sein müsse. Bald danach entdeckte die Forschung tatsächlich in der Genreparatur aktive Substanzen im Menschen wie auch in anderen Spezies wie z.B. Pflanzen und Insekten.

Die Wirksamkeit der von Nieper entwickelten therapeutischen Substanzen beruht auf dem Prinzip des „aktiven, gelenkten Mineraltransports“, das in den 50er Jahren von Dr.Henri Laborit (Paris), Prof.Dr.K.J.Blumberger (Hannover) und von Nieper selbst entdeckt wurde (Nieper 1974, 2000). Es handelt sich dabei um eine gezielte Einbringung von Nährstoffen, die den Körper vor degenerativen Erscheinungen schützen können, mit Hilfe von mineralischen Transportstoffen. Solche Mineraltransporter wirken, indem sie ein Ion (elektrisch geladenes Molekül) freisetzen und gezielt an eine bestimmte Stelle in der Zelle transportieren, wo es gebraucht wird, um bestimmte Prozesse wie die Aktivierung von Enzymen, die Reparatur beschädigter Zellstrukturen oder Gene, oder den Schutz von Zellembranen gegen Gifte, Bakterien oder Viren in Gang zu setzen. Die Trägersubstanzen ermöglichen oder erleichtern das Eindringen der therapeutisch wirksamen Substanzen ins Zellinnere, wo normalerweise positiv geladene Ionen durch die ebenfalls positiv geladenen Oberflächen der Zellembranen zurückgewiesen werden. Mineralstoffe mit negativ geladenen Träger-Ionen bilden mit den positiv geladenen Ionen organischer Transportsubstanzen zusammen elektrisch neutrale Stoffe, die die Zellembranen durchdringen können. Zu diesen Mineraltransportern gehören u.a. die Aspartate, Mineralsalze der Asparaginsäure (Zink-Aspartat, Kalzium-Aspartat, Kalium-Magnesium-Aspartat), die Orotate, Mineralsalze der Orotsäure (Kalzium-Orotat, Lithium-Orotat, Magnesium-Orotat, Kalium-Orotat), die Arginate, Mineralsalze des Arginins, einer alkalischen Aminosäure (Kalzium-Arginat, Magnesium-Arginat, Zink-Arginat) sowie das 2-EAP (2-Amino-Äthyl-Phosphat), eine 1939 durch Erwin Chargaff entdeckte Membrankomponente, die 1952 vom Schweizer Biochemiker Dr.Buchi weiter erforscht wurde und in Form des 2-EAP-Kalziumsalzes und eines 2-EAP-Komplexes aus Kalzium-, Magnesium- und Kaliumsalzen des 2-EAP in der orthomolekularen Medizin eingesetzt wird.

Amateurforscher und Propagandist der Raumenergie

Dr. Nieper hat jedoch auch als Amateurforscher selbst Beiträge zur Physik der Vakuum-Feld-Theorie und der Gravitationstheorie beigesteuert und war einer der aktivsten Propagandisten der Raumenergieforschung in der Zeit der 70er und 80er Jahre. Bereits während seines Studiums Mitte der 40er Jahre war Nieper fasziniert von der theoretischen Physik, besonders von der Gravitationstheorie, der Elektromagnetischen und der Quantentheorie. Schon bald begann Nieper eine kritische Haltung gegenüber bestimmten Aspekten der herrschenden Theorien in der Physik zu entwickeln, als er gezwungen war, sich Physik-Vorlesungen anzuhören, um sich einen guten Sitzplatz für die darauf folgende medizinische Vorlesung zu sichern. 1953 konzipierte er schliesslich die sogenannte „Abschirmungtheorie der Gravitation“ (Nieper, 1972).

Bereits in den 20er und 30er Jahren hatten E.Magyary, K.P.Stanyukovich und Anatol J.Shneiderov ähnliche Konzepte entwickelt, wonach die Gravitation nicht durch die gegenseitige Anziehungskraft von Körpern entsteht, sondern im Gegenteil durch eine Druck- oder Schubwirkung zustandekommt. Nieper und seine Vorläufer auf diesem Gebiet gehen davon aus, dass der Weltraum von einem Energiefeld erfüllt ist, dessen Wellen aus allen Richtungen (isotrop) auf die Himmelskörper einwirken. Nieper nahm nun an, dass diese Strahlung sehr energiereich sei und alle Körper durchdringe, bei diesem Eindringen aber an Energie verliere. Die Energie der Strahlung, die einen Körper nach dem Durchtritt verlässt, sei geringer als diejenige der in ihn eindringenden, so dass zwischen zwei Körpern ein Abschirmungs-„Schatten“ entstehen könne, in dem die Intensität der Strahlung geringer ist als diejenige ausserhalb der beiden Körper. Dadurch würden die beiden Körper durch den Strahlungsdruck von aussen aufeinander zu beschleunigt. Im Prinzip handelt es sich auch hier wieder um den gleichen Mechanismus wie beim sogenannten „Casimir-Effekt“, doch spielte dieser bei der Entstehung der erwähnten Theorien keine Rolle.

Niepers Theorie, die 1970 von dem amerikanischen Physiker D.Stokes den Namen „Abschirmungstheorie“ bekam, wurde von Nieper mit Hilfe von Stokes und weiteren Physikern weiterentwickelt und 1971 einer Reihe namhafter Physiker zur Beurteilung vorgelegt. Einer von ihnen, der Deutsch-Amerikaner Ernst Stuhlinger, Physikprofessor und wissenschaftlicher Direktor und Mitarbeiter von Wernher von Braun bei der NASA in Huntsville, Alabama, wies 1972 in einem Brief an Nieper darauf hin, dass die von Niepers Theorie geforderte raumfüllende Energie vollständig den von Gerald Feinberg 1967 beschriebenen Tachyonen entspreche, nicht nur was ihren hohen Energiegehalt betrifft, sondern auch in Bezug auf die imaginäre Masse. In der Folge wendete Nieper nach Stuhlingers Vorschlag Feinbergs Tachyonentheorie auf seine Abschirmungstheorie der Gravitation an. Die Komsequenz war, dass er nicht mehr annehmen konnte, wie er das bis dahin nach allgemeiner wissenschaftlicher Konvention getan hatte, dass die Gravitationskräfte sich mit Lichtgeschwindigkeit fortpflanzen, sondern die Gravitonen zu überlichtschnellen Tachyonen erklären musste.

Als eine der wichtigsten Bestätigungen seiner Theorie betrachtete Nieper das sogenannte „Magyary-Phänomen“, das der ungarische Ingenieur während seiner Messungen einer Sonnenfinsternis entdeckte. Auf dem Höhepunkt einer Sonnenfinsternis beraubt nämlich die Sonne den Mond eines Teils seiner Schwerkraftwirkung auf die Erde, was den Gesetzen von Newton und Einstein widerspricht – ähnlich wie übrigens die Torsionspendel-Experimente des amerikanischen Physikers Erwin J. Saxl, der zeigte, dass während der Neumond-Position des Mondes die Gravitationskraft auf der Erde geringfügig zunimmt. Nach Niepers Auffassung ist die Erklärung dafür, dass die Dichte des „Feinberg-Feldes“ in der Richtung der Sonne höher wird, und der Mond deshalb in der entsprechenden Position stärker von Tachyonen bestrahlt wird und weniger Strahlung absorbiert; dadurch wird seine Gravitationswirkung geringer. Nieper erklärte die Dichtezunahme in Richtung der Sonne damit, dass die Sonne selbst ein sehr dichtes Tachyonenfeld erzeuge, das seine höchste Dichte in ihrer Nähe erreiche – er nannte dieses Feld das „peri-solare Kissenfeld“. Nieper nahm mit einigen Physikern wie Kooy, Reed, und Koppitz an, dass die Tachyonen sich nicht nur durch ihre Geschwindigkeit und die imaginäre Masse, sondern auch in einigen ihrer anderen Eigenschaften von der elektromagnetischen Welle unterscheiden würden. So glaubte er, dass sie pulsierende Energiepakete seien, die in einer Art und Weise mit Materie wechselwirken würden, die sich von den Annahmen der Quantentheorie unterscheiden. Sie könnten z.B. ihre Energie graduell, ohne quantenhafte Stufen abgeben.

Aus seiner Tachyonenfeld-Theorie leitete Dr.Nieper auch die Möglichkeit energieproduzierender Technologien ab. Nach seiner Auffassung werden vor allem bei allen Arten von Beschleunigungen – Schwerkraft-, elektromagnetische und elektrostatische Beschleunigungen – Tachyonen eingefangen. Nieper war überzeugt, dass elektrische Motoren nicht deshalb funktionieren, weil ein elektromagnetisches Feld in ihnen aufgebaut wird, sondern weil dieses Feld eine Tachyonen-einfangende Wirkung auf das Feinberg-Feld habe, das ihn durchdringt. Nieper hielt z.B. abrupte Entladungen von Kondensatoren mit einem hohen Spannungsgradienten, besonders wenn sie rhythmisch erfolgten, für eine geeignete Methode, Energie aus dem Tachyonenfeld „auszukoppeln“.

Auf Grund dieser Überzeugung organisierte Nieper ab 1980 eine Reihe von Kongressen über die „Konversion von Schwerkraftfeldenergie“ (siehe z.B. Nieper, 1981, 1982) und gründete im April 1981 die „Deutsche Gesellschaft für Schwerkraft-Feld-Energie“ (DVS), die es sich zur Aufgabe machte, die energietechnische Nutzung des Tachyonenfeldes voranzutreiben. Er war deren Präsident bis zum 22.November 1997 und wurde bei seinem Rücktritt in Würdigung seiner großen Verdienste zum Ehrenpräsidenten gewählt. Die Gesellschaft besteht noch heute unter dem Namen „Deutsche Vereinigung für Raum-Energie“. Ebenfalls 1981 war er einer der Initianten bei der Gründung der „American Association of Gravity Field Energy“ in Huntsville, Alabama, einem der Zentren der amerikanischen Weltraumforschung, der auch viele Mitarbeiter der NASA angehörten.

Nieper starb am 21.Oktober 1998 an einem Herzinfarkt, nachdem er kurz zuvor, am 17./18.Oktober 1998, noch an dem Kongress „Fortschritte in Technik und Wissenschaft“ des Jupiter-Verlags im schweizerischen Egerkingen teilgenommen und dort einen Vortrag über „Neu entdeckte Technologien im Altertum“ gehalten hatte.

© copyright Marco Bischof 2005. Reproduktion nur mit Genehmigung des Autors.

Literatur

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