Raumenergie

 

Aktuelle Situation der Raumenergie- Forschung- und Entwicklung

Die Durchsetzung innovativer Energietechnologien - ihre Schwierigkeiten und Strategien zu deren Überwindung

von Marco Bischof

„Neue Ideen haben eine lange Keimruhe.
Ihre Vertreter brauchen einen langen Atem“

(Hubert Weinzierl, Pionier der deutschen

Umweltbewegung und Gründer des BUND*)

Veränderte Lage auf dem Gebiet der Raumenergie und der innovativen Energietechnologien

Seit der Gründung der Deutschen Vereinigung für Raumenergie (DVR) im Jahre 1981 (siehe Geschichte der DVR) hat sich die Lage auf dem Gebiet der Raumenergie bzw. der unkonventionellen Energietechnologien nach meiner persönlichen Einschätzung in mancher Hinsicht verändert, was eine Neuausrichtung der Ziele, vor allem aber der Prioritäten und der Vorgehensweise der DVR erfordert.

Die DVR hat von Anfang an immer für die Raumenergie und unkonventionelle Energietechnologien Partei genommen und sich als deren Interessenvertretung verstanden. Dieses Gebiet und die Aktivitäten seiner Vertreter sind jedoch bis etwa in die 80er Jahre hinein eine völlige Aussenseiterangelegenheit geblieben, von der die Öffentlichkeit, aber auch die Wissenschaft praktisch keine Notiz nahmen. Schon Nikola Tesla war, obwohl er einer der grössten und wichtigsten Erfinder der Moderne war, auf dessen Wechselstromtechnologie unsere gesamte elektromagnetische Zivilisation aufgebaut ist, durch die Gegnerschaft zu Einsteins Relativitätstheorie und sein Festhalten an der Äthertheorie ins wissenschaftliche Abseits und sogar beinahe in Vergessenheit geraten. Die Aussenseiterposition der Raumenergie setzte sich bis in jüngste Zeit fort und hat auch die Situation und den Charakter der DVR bis heute geprägt. Dazu kommt, dass bis vor wenigen Jahren selbst wohlwollende Beobachter des Gebietes eingestehen mussten, dass man nicht sicher sein konnte, ob einmal wirklich etwas Handfestes daraus werden würde. Wer sich schon länger für das Gebiet interessierte, musste immer wieder erleben, dass Versuche, ein tatsächlich funktionierendes, energieproduzierendes Gerät zu Gesicht zu bekommen, scheiterten.

Der in der bisherigen Geschichte der DVR immer wieder beschworene und kurzfristig erwartete „Durchbruch“ der Raumenergie-Technologien (RET) hat sich bis heute nicht eingestellt. Die Umsetzung der in der seit Tesla bestehenden Erfinderszene entwickelten Ansätze zu marktreifen Produkten ist auf Schwierigkeiten gestossen und bisher nicht erfolgreich gewesen. Ich habe den Eindruck, dass diese offenkundige Tatsache in der DVR nicht immer eingestanden wird. Manche scheinen zu glauben, die Durchsetzung der Raumenergie sei eine Selbstverständlichkeit und werde sich zwangsläufig und quasi von selbst einstellen. Das ist eine gefährliche und kontraproduktive Illusion, die uns letztlich an einem effektiven Einsatz für eben dieses Ziel hindert. Es ist sicher nicht überflüssig, sich heute schon Überlegungen zur „Gestaltung des Übergangs ins Raumenergie-Zeitalter“ zu machen. Dieser Übergang ist jedoch noch weit hin, da erst einmal die Technologien selbst gebrauchsreif werden müssen. Ich bin davon überzeugt, dass es noch ein weiter Weg bis zu einem solchen Durchbruch ist und bis dahin noch viel getan werden muss. Die Durchsetzung der Raumenergie muss im Gegenteil hart erarbeitet und erkämpft werden. Hauptziel der DVR muss es deshalb sein, in allen Sektoren der Gesellschaft längerfristig auf die technische Reife, gesellschaftliche Akzeptanz und kommerzielle Durchsetzung der Raumenergie hinzuarbeiten, um diesen Durchbruch zu ermöglichen.

Bevor die DVR jedoch zu einer effektiven Interessenvertretung in der Öffentlichkeit in der Lage ist, muss sie nach meiner Auffassung erst intern für diese Aufgabe fit gemacht werden. Um das Ziel einer Durchsetzung der Raumenergie erfolgreich verfolgen zu können, ist als erster wichtiger Schritt eine realistischere Einschätzung der Situation erforderlich, da die Glaubwürdigkeit der Raumenergie-Szene durch die immer wieder vorgebrachte Aussage gelitten hat, ein Durchbruch stehe unmittelbar bevor. Bisher war die DVR weitgehend ein „Raumenergie-Liebhaber Verein“ von Amateuren ohne wesentliche Kenntnisse der forschungs- und industriepolitischen Realitäten und Bedingungen. Nun muss die DVR sich professionalisieren und sich die für diese Aufgabe nötigen Kompetenzen erwerben.

Die Lobbyarbeit für die Raumenergie, für die der Gründungspräsident Dr.Hans Nieper, sein Nachfolger Prof.Dr.Dr.Dr.h.c. Josef Gruber und viele andere DVR-Mitglieder in der Vergangenheit grosse Anstrengungen unternommen haben, hatte bisher keinen offensichtlichen Erfolg. Dies ist jedoch nicht auf mangelnde Anstrengungen oder Fähigkeiten der in diesem Sinne Aktiven zurückzuführen, sondern lag an den Umständen. Seit einigen Jahren hat sich nun aber, wie ich glaube, die Situation grundlegend geändert. Diese Veränderungen betreffen sowohl die allgemeine gesellschaftliche Situation wie auch die Entwicklungen in der Wissenschaft und vor allem auch in der Erfinderszene auf dem Gebiet der Raumenergie und der innovativen Energietechnologien selbst. Durch die jüngsten Entwicklungen auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet erscheinen die Raumenergietechnologien nun nicht mehr so unkonventionell und abseitig. Ds zeigt sich unter anderem daran, dass Nullpunktenergie und Vakuumphysik zu anerkannten Gebieten der Mainstream-Naturwissenschaft werden; Antigravitationstechnologien setzen sich im Bereich der Luftfahrt- und Waffentechnologie durch. In diesem Zusammenhang steht auch, dass seit einiger Zeit nun nicht mehr ausschliesslich oft wissenschaftlich und technisch mangelhaft qualifizierte „kreative Bastler“ auf dem Gebiet der Raumenergie und der innovativen Energietechnologien tätig sind, sondern sich auch eine wachsende Zahl hochqualifizierter und angesehener Wissenschaftler und Ingenieure mit der Entwicklung innovativer Energietechnologien befasst. Neben neuen Verfahren wurden von ihnen auch eine ganze Reihe der schon früher von der „Szene“ gemachten Erfindungen nochmals überprüft, getestet und weiterentwickelt. Als Folge davon steht nun eine Reihe von Raumenergie-Geräten offenbar kurz vor der Markteinführung. Damit ist nun auch eine effektive Lobbyarbeit für die Raumenergie- und andere unkonventionelle Energietechnologien realistischer und erfolgver-sprechender geworden. Raumenergie-Technologien sind im Begriffe, von einer Aussenseiter-Angelegenheit zu einem Anliegen des wissenschaft-lichen, technischen und gesellschaftlichen Mainstream zu werden. Das muss die DVR zunächst selbst realisieren, um es dann mit einer wohl überlegten und gut dokumentierten Argumentation auch der Öffentlichkeit darzulegen.

Die besonderen Schwierigkeiten einer Umsetzung unkonventioneller Technologien

Trotzdem wird das Gebiet natürlich auch weiterhin noch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die es mit vielen anderen unkonventionellen Ansätzen in Wissenschaft und Technologie teilt. Diese Schwierigkeiten erschweren auch da, wo tatsächlich funktionierende neue Technologien am Entstehen sind, die Umsetzung solcher unkonventioneller Erfindungen in Produkte für den Markt und verhindern sie oft auch. Das oft gehörte Argument, „wenn etwas dran wäre an diesen Technologien, dann hätten sie sich längst durchgesetzt“, geht leider an der Wirklichkeit vorbei, denn nicht jede funktionierende, gute und nützliche Erfindung findet auch ihren Weg auf den Markt, und schon gar nicht von selbst.

Zum besseren Verständnis der besonderen Schwierigkeiten solcher unkonventioneller Ansätze in Wissenschaft und Technologie müssen wir einige grundsätzliche Bemerkungen dazu machen. Unter unkonventionellen Technologien verstehen wir Verfahren und Geräte, deren Funktionsprinzipien und wissenschaftliche Grundlagen unbekannt sind, nur teilweise verstanden werden oder mit den allgemein anerkannten wissenschaftlichen Theorien nicht erklärt werden können. Viele dieser Technologien sind rein empirisch entwickelt worden, auf der Basis von anomalen physikalischen oder chemischen Effekten, die entweder schon lange bekannt sind, aber auf Grund der Schwierigkeit, sie in das bestehende Wissen einzuorden, nicht weiter verfolgt worden sind, oder auf der Basis von anomalen Effekten, die von den Erfindern selbst entdeckt worden sind. Andere Verfahren wiederum wurden entwickelt als Folgerungen aus unkonventionellen wissenschaftlichen Theorien der Erfinder selbst oder anderer Autoren, die in den allgemein anerkannten Theorien nicht vorgesehene Effekte erlauben.

Nicht alles in diesem Bereich ist Betrug oder Selbsttäuschung, obwohl sich in dieser Grauzone wissenschaftlicher Grenzgebiete davon zur Genüge findet. Es wäre eine der wichtigsten Aufgaben der Wissenschaftspolitik heute, diese Fälle von denjenen genuiner und entwicklungsträchtiger Entdeckungen unterscheiden zu lernen und letzteren eine Chance zu eröffnen. Das wichtigste Hindernis für die Akzeptanz und die Umsetzung der unkonventionellen Verfahren ist aber nicht das unzureichende theoretische Verständnis ihrer Funktionsprinzipien. Neben der allgemeinen Risikoscheu ist sicher das übermässige Vertrauen auf Experten aus dem wissenschaftlichen Establishment ein zentrales Problem. Experten sind in der Regel naturgemäss vor allem Experten für das Bisherige und Herkömmliche, und sind oft nicht in der Lage, davon Abweichendes und Innovatives zu beurteilen. Sie haben im Gegenteil nicht selten auch ein handfestes Interesse daran, Neues gar nicht aufkommen zu lassen. Sie wären dann nämlich nicht mehr die Experten, da sie durch diejenigen abgelöst würden, die sich mit dem Neuen schon eingehender beschäftigt haben. Auch der in Deutschland, z.B. im Vergleich mit den USA, immer noch schwierige Zugang zu Risikokapital spielt natürlich eine Rolle.

Nicht zu unterschätzen sind jedoch vor allem die in der Natur der unkonventionellen Erfinderszene selbst liegenden Schwierigkeiten. Dieser Szene der Bastler und Tüftler fehlen oft neben technischen Kenntnissen und einem zureichenden Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen auch kaufmännisches Knowhow und nützliche Kontakte, und die unter den unkonventionellen Erfindern weit verbreitete (und nicht ganz unberechtigte) Angst vor dem Diebstahl geistigen Eigentums ist auch nicht gerade hilfreich. So schaffen es Erfindungen aus diesem Kreis oft nicht einmal bis zum Stadium des Prototypen, der für Wissenschaft, Behörden und Industrie aber die Voraussetzung für Prüfung und Förderung darstellt.

Massnahmen zur Überwindung der Schwierigkeiten

Diesen Schwierigkeiten könnte mit einer Reihe von geeigneten Massnahmen abgeholfen werden, mit denen die Erschliessung des Innovationspotentials der unkonventionellen Erfinder-Szene für unsere Gesellschaft gefördert werden könnte. Dazu gehören u.a.:

Die Bedeutung von Aussenseitern für die Innovation

Generell muss betont werden, dass in der heutigen Situation, angesichts der hohen Dringlichkeit der Umstellung von Wirtschaft und Technologie auf Nachhaltigkeit und der breiten Notwendigkeit grundlegend neuer Technologien, nicht nur, aber auch in der Energieerzeugung, die hohe Bedeutung von Aussenseitern und unkonventionellen Technologien für die Erreichung des Nachhaltigkeitszieles, aber natürlich auch generell für die gesellschaftliche und technologische Innovation in der Regel übersehen oder nicht genügend hoch eingeschätzt wird. Dieser Umstand ist nach meiner Auffassung einer der Gründe für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stagnation in diesem Lande. In einer Situation wie der gegenwärtigen kann es sich nach meiner Meinung die Gesellschaft nicht leisten, auf diese Innovationsressource zu verzichten; allerdings sind zu ihrer Ausschöpfung, wie bereits erwähnt, bestimmte Massnahmen notwendig. Ohne eine richtige Einschätzung der Bedeutung von Aussenseitern und Grenzgebieten von Wissenschaft und Technologie für die Innovation fehlt jedoch die Einsicht in die Notwendigkeit solcher Massnahmen.

Die Grundsätze und Verfahrensweisen, nach denen wissenschaftliche Erkenntnis und ihre technologische Umsetzung beurteilt werden, müssen in Zeiten eines blossen Ausbaus und einer Konsolidierung längst gesicherten Wissens andere sein als in einer Zeit, in der es gilt, grundlegende neue Prinzipien zu finden, mit denen sich neue Problemstellungen lösen und neue Märkte erobern lassen. Offenbar teilen viele meine Einschätzung nicht, dass wir heute in seiner solchen Zeit leben, oder verstehen diesen fundamentalen Unterschied nicht, denn generell wird heute der untaugliche Versuch gemacht,  mit Methoden der „Normalwissenschaft“ auf die aussergewöhnlichen Herausforderungen der Zeit zu anworten.

Der grundlegende Unterschied zwischen fundamentaler Innovation und blosser Modifikation bekannter Prinzipien scheint wenig bekannt zu sein, sonst würde man nicht dauernd von Innovation reden, wenn man nur letzteres meint. Natürlich besteht ein grosser Teil des technologischen Fortschritts in der Verbesserung von Anwendungen bereits bekannter Prinzipien. Das zu tun kann in Zeiten der Konsolidierung eines neu errungenen Paradigmas ein erfolgreiches Rezept für gesellschaftlichen Fortschritt und wirtschaftlichen Erfolg sein. Sich darauf zu beschränken in einer Zeit, in der diese Konsolidierung bereits ihren Höhepunkt überschritten hat und die Notwendigkeit einer nächsten wissenschaftlichen Revolution zu entstehen beginnt, ist jedoch ein sicheres Rezept für technologischen Rückschritt, den Verlust von Wettbewerbsvorteilen und wirtschaftliche Stagnation. In einer solchen Situation befinden wir uns heute. Das hat z.B. die japanische Regierung vor einigen Jahren schon erkannt, und hat deshalb über das MITI, das Ministerium für Internationalen Handel und Industrie, das die Richtlinien für Japans ökonomische, industrielle und energiepolitische Entwicklung vorgibt, ein Forschungsprogramm für unkonventionelle Technologien und wissenschaftliche Grenzgebiete, das auch die Energieforschung einschliesst, aufgelegt. Es scheint mir ganz klar, dass es nicht mehr ausreicht, ausschliesslich oder schwergewichtig die Optimierung des Bestehenden zu betreiben und zu fördern, sondern dass die Situation einen Paradigmenwechsel und fundamental neue Lösungen auf vielen Gebieten erfordert.

In dieser Situation kommt der Szene der unkonventionellen Wissenschaftler und Erfinder und den von ihnen entwickelten Technologien eine Schlüsselrolle zu. Der italienische Wissenschaftshistoriker Federico Di Trocchio hat aufgezeigt, welche Mechanismen (nicht nur in Deutschland) den Fortschritt der Forschung verlangsamen und welche Bedeutung Aussenseitern in Wissenschaft und Technologie zukommt (Di Trocchio, 1998). Als zentrales Entwicklungshindernis identifiziert Di Trocchio den Anspruch des wissenschaftlichen Establishments, im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein und deshalb auch das Monopol der Wissenschaftsevaluation und der Kontrolle über Veröffentlichungsmöglichkeiten und Wissenschafts-finanzierung in Anspruch zu nehmen. Wissenschaftler mit abweichender Meinung werden ausgegrenzt, riskieren, Finanzmittel und Arbeitsinstrumente zu verlieren und werden von den massgeblichen Veröffentlichungsmöglichkeiten ausgeschlossen.

Amateure und Dilettanten, denen die Wissenschaft schon oft in ihrer Geschichte Bedeutendes zu verdanken hatte, werden nicht ernst genommen und finden kein Gehör. Wie die Wissenschaftsgeschichte zeigt, „irren sich aber Wissenschaftler häufig, und auch die grössten unter ihnen haben schon den Fehler begangen, geniale Amateure für verrückt zu erklären oder ihre hervorragendsten Kollegen für inkompetent zu halten oder zu glauben, sie seien auf dem falschen Weg“ (Di Trocchio, 1998). Wie Di Trocchio weiter meint, „Wenn aber nonkonformistische Wissenschaftler ihre Karriere riskieren und die Wissenschaft für Ideen, die von aussen kommen, nicht mehr offen ist, dann kann sie nicht mehr innovativ bleiben und riskiert Stagnation oder noch schlimmer, technologischen Rückschritt“.

Eine Erfindung bekommt, wenn sie geltenden Doktrinen zu widersprechen scheint, oft nicht einmal die Chance einer Überprüfung, da wissenschaftliche Experten und Verantwortliche von Behörden und Industrie sich weigern, sich damit zu befassen. Man glaubt zu wissen, was möglich und was unmöglich ist, und vergisst, dass dies auf Grund von Theorien geschieht, die aus dem Wissensstand zur Zeit der eigenen Ausbildung oder professionellen Konsolidierung stammen. Diese Theorien bilden zwar ein konsistent erscheinendes Wissensgebäude, doch dieses kann keine Vollständigkeit und Endgültigkeit beanspruchen. Das zeigen die unzähligen „Anomalien“ - d.h. Phänomene, die nicht in bestehende Theorien eingeordnet werden können - , wie es sie in allen wissenschaftlichen  Disziplinen gibt (Humphreys, 1968; Tennenbaum, 1992; Truzzi, 1999). Diese werden aber in der Regel in Lehre und Ausbildung nicht erwähnt und fallen auch sonst weitgehend der Vergessenheit anheim, bis man sich bei dem (in der Regel periodisch wiederkehrenden) wachsenden Ungenügen der bestehenden Theorien wieder auf sie besinnt. Diese Anomalien sind eines der wichtigsten Reservoirs, aus denen sich der Fortschritt der Wissenschaft speist – und in der Regel sind es die Aussenseiter, die die Erinnerung an sie am Leben erhalten und sie zum Anlass für die Entwicklung unkonventioneller Technologien machen. Wir sollten ihre wichtige gesamtgesellschaftliche Rolle anerkennen und sie darin unterstützen, dass ihr wichtiger Beitrag zum Wohlergehen unserer Gesellschaft auch zum Tragen kommen kann.

(Erweiterte und modifizierte Fassung eines 2002 verfassten Textes)

© copyright by Marco Bischof (2005). Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Erlaubnis des Autors.

Referenzen

*Dehmer, D. (2005) Ein Fundamentalist aus Bayern. Elder Statesman der Umweltbewegung: Hubert Weinzierl gründete vor 30 Jahren den BUND. Der Tagesspiegel, Nr.18 899, 20.Juli 2005, S.3.

Di Trocchio, F. (1998) Newtons Koffer – Geniale Außenseiter, die die Wissenschaft blamierten. Campus Verlag, Frankfurt-New York.

Humphreys, W.C. (1968) Anomalies and Scientific Theories. Freeman, Cooper & Co., San Francisco.

Tennenbaum, J. (1992) Anomalien sind die Speise der Wissenschaft. Fusion, 13 (2), S.12-16.

Truzzi, M. (1999) Was ist Anomalistik ? Forum Perspektiven, 4, S.3-6.

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